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Medizin Diese Seite soll nur im groben auf verschiedene medizinische und soziale Aspekte der bipolaren Erkrankung eingehen. Sie soll eine Hilfe sein, auf anfängliche Fragen eine Antwort zu finden und eine erste Einordnung der Krankheit ermöglichen. Häufig gestellte Fragen: 1. Was bedeutet bipolare Störung? 2. Welche Ursachen hat die Erkrankung? 3. Was sind die ersten Anzeichen? 4. Wie können bipolare Störungen behandelt werden? 5. Welche Art Medikamente kommen zum Einsatz? 6. Wie lange dauert die Therapie? 7. Welche Auswirkungen entstehen für das weitere Leben? 8. Wie können Angehörige helfen? 9. Welche Hilfen gibt es von dritter Seite? 10. Welche Alternativen gibt es? 1. Was bedeutet bipolare Störung? Bei bipolaren affektiven Störungen oder dem Synonym manisch-depressive Erkrankung schwanken die Betroffenen zwischen einem krankhaften Hochgefühl und einem Zustand tiefster Verzweifelung. In der Medizin spricht man von der manischen und depressiven Phase. In beiden Phasen besteht für den Betroffenen ein hohes Risiko der Selbstgefährdung. Es sollte schnellst möglich mit einer fachärztlichen Therapie begonnen werden. Zwei Seiten einer Medaille (1) Als Syndrom der "Losigkeit" bezeichnete Prof. Dr. med. Andreas Marneros (* 1946, seit 1992 Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie in Halle) die Depression: Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Schlaflosigkeit, Schuldgefühle, ein herab gesetztes Selbstwertgefühl kennzeichnen die depressive Gemütslage. Selbst traurig sein kann der Betroffene nicht vor lauter Emotionslosigkeit. Der Maniker dagegen kennt kaum ein Schlafbedürfnis, besitzt ein enorm gesteigertes Selbstwertgefühl. Der völlig unstrukturierte Redefluß ist nicht zu stoppen und erst recht nicht zu verstehen. Der Maniker entwickelt eine Fülle von Ideen, von denen er keine wirklich zu Ende bringt. Er stürzt sich in sinnlose Aktivitäten und geht Verträge ein, die ihn ruinieren können. Eine tödliche Kombination können die Losigkeit und der kaum zu bremsende Antrieb des Manikers in den Übergangszeiten sein. Der Krankheitsverlauf ist jedoch individuell sehr unterschiedlich: Es werden folgende Verlaufsformen unterschieden: |
| Tabelle 1: Formen bipolarer Erkrankungen | ||
| Bezeichnung | Charakteristika | |
| Bipolar I |
Mindestens einmal eine manische oder gemischte Episode |
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| Bipolar II |
Mehrere Episoden einer Major (schwere) Depression, mindestens eine hypomane Episode |
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| Bipolar III |
Depressive Episode und substanzinduzierte hypomanische oder manische Episode |
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| Pseudo-unipolar |
Depressive Patienten mit frühem Erkrankungsalter und positiver Familienanamnese bipolarer Erkrankungen |
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| Mischzustände |
Gleichzeitiges Auftreten von depressiven und manischen Symptomen |
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| Rapid Cycling |
Bipolare Form mit hoher Episodenfrequenz, mindestens vier pro Jahr |
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| Zyklothymia |
Chronische, lang dauernde, aber milde bipolare Störung |
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| Bipolar-Schizoaffektiv |
Schizoaffektive Störung mit manischen oder gemischten Episoden mit zeitlichen Wahrnehmungstörungen | |
| Stimmungsstabilisierer | Interventionsmedikamente |
| Lithium | Antidepressiva |
| Carbamazepin | Neuroleptika |
| Valproat | Sedativa |
| Lamotrigin | Hypnotika |